Weiter geht’s, immer an der Küste entlang

Erst als wir aufwachen stellen wir fest, dass wir direkt am Strand übernachtet haben. Als wir die Zelte öffnen schauen wir auf eine kleine Bucht, durch Felsen zu beiden Seiten geschützt. Nach dem obligatorischen Bad im Meer trinken wir noch einen Tee mit dem Besitzer des Campingplatzes und starten. Immer entlang der Küste, so lautet die Devise!

Nach einiger Zeit macht sich das Öldruckproblem wieder bemerkbar. Wir halten an einer kleinen Werkstatt und trennen uns von unseren Begleitern. Etwas ahnungslos, wie man dem Problem begegnen könnte wechseln wir erneut das Öl. Diesmal füllen wir allerdings 20W50 ein. Vermutlich halten die Tankstellen dieses Öl für alte sovietische LKW auf Lager, das Problem von Bessy lässt sich allerdings auch damit lösen.

Um die verlorene Zeit wieder aufzuholen entscheiden wir uns, die Küste zu verlassen und düsen über nagelneue Autobahnen durch das Landesinnere. Die Temperaturen steigen abseits der Küste auf 38°C und das im September. Die Autobahn nach Samsun zieht sich gefühlt endlos durch karge Berghänge und menschenleere Landschaften. Wir erreichen Samsun noch vor den beiden anderen Teams und verabreden uns am einzigen Campingplatz am Ort. Als wir den endlich erreichen stellen wir fest, dass er nicht mehr existiert. Um die Ecke angeln ein paar einheimische. Auf kurze Nachfrage erfahren wir, dass es ihr Grundstück ist und wir hier gerne übernachten dürfen. Wir tauschen deutsches Auto und Bier gegen Tee und Kartoffeln aus dem Lagerfeuer und fühlen uns gut aufgehoben.

Am Sonntag sind wir um viertel nach acht on the road. Wir müssen über die Grenze nach Georgien und wissen nicht wie lange wir dort warten werden. Als Tagesziel haben wir uns den Alkoholbrunnen in Batumi vorgenommen. Die Navigation fällt heute leicht. Immer dem Atatürk Boulevard entlang bis zur Grenze. Die Schnellstraße führt über 500 km direkt an der Küste entlang bis zur Grenze. Dort angekommen geht alles ganz fix. Wir müssen nicht warten und sind nach ca. einer halben Stunde in Georgien.

Dieser Grenzübergang führt zu einem harten Kulturschock. Es drängeln sich Bars und Kasinos dicht an dicht, die Straße ist belebt. Durch einen absolut chaotischen Verkehr gelangen wir zur Strandpromenade. Was hier passiert ist nach drei Nächten in der Türkei äußerst skurril. Zwischen hell erleuchteten Fahrgeschäften stehen Buden, Partyschiffe legen vom Pier ab. Wir sehen hauptsächlich türkische, iranische und russische Kennzeichen an den Autos in der Stadt. Ein seltsames Volk, dass sich hier tummelt. Wir laufen schnell zum Alkoholbrunnen, doch der ist um die Uhrzeit schon versiegt. Um diesem Chaos zu entfliehen fahren wir schnell weiter zu unserem Nachtquartier, der Botanische Garten von Batumi mit Blick auf die Skyline der Stadt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s