Auf nach Neverland

Auch wenn wir viel schönes über Georgien gehört haben, wir müssen das Land leider schnell passieren. Unser heutiges Ziel heißt daher Neverland, ein Campingplatz im Kaukasus, direkt vor der russischen Grenze.

Von Batumi aus folgen wir der Küste noch einige Kilometer nach Norden bevor wir das Schwarze Meer verlassen. Zu Beginn ist die georgische Fernstraße, die uns ins Landesinnere führt, ein Erlebnis. 15cm tiefe Spurrillen wechseln sich mit sovietischen Betonplatten ab, uns begegnet ein ganzer Streichelzoo auf der Straße. Hunde, Katzen, Kühe, Ziegen,  Schafe, Pferde und Hühner lassen sich wenig vom Verkehr beeindrucken.

Nach einigen Kilometern wird die Straße zu einer Art Autobahn, vergleichbar mit europäischen. Auch in diesem Land wird viel für eine bessere Infrastruktur getan. Als wir die autonome Republik Abchasien verlassen wird die Autobahn wieder zur zweispurigen Fernstraße. Diese führt uns durch ein Mittelgebirge. In diesem Land verliert man den Überblick über die verschiedenen Gebirge. Lediglich der Kaukasus, mit seinen über 5000 Meter hohen Felsen ist zu unserer linken stehs zu erkennen. In den Hügeln des Zentrallandes lernen wir die georgische Fahrweise besser kennen. Weniger chaotisch, als in Osteuropa, aber etwas gewagter. Überholt wird auch bei Gegenverkehr. Alle Verkehrsteilnehmer weichen etwas zur Seite und es entsteht eine dritte Spur. Eigentlich ganz einfach.

Am frühen Nachmittag erreichen wir die georgische Heeresstraße. Eine uralte Verbindung zwischen Nord- und Südkaukasus und die einzige Möglichkeit für internationalen Fernverkehr zwischen Georgien und Russland. An zahlreichen mittelalterlichen Festungsanlagen und Kirchen vorbei schlängelt sich die Straße durch schroffe Täler auf 2500m Höhe. Mit Beginn der Dämmerung erreichen wir Stepansminda, das letzte Dorf vor der Grenze.

Am zentralen Platz im Ort fragen wir nach einem Campingplatz. Ein älterer Herr erklärt uns wo dieser ist und bietet an uns mit seinem Jeep dort hin zu bringen. Wir lehnen dankend ab und machen uns selbst auf den Weg. Als es dunkel wird erreichen wir die Grenze,den Campingplatz haben wir nicht gefunden. Wir beschließen uns eine Pension im Dorf zu suchen. Als wir wenden finden wir den Weg zum Campingplatz und verstehen, warum uns der alte Mann im Dorf angeboten hatte uns dort hin zu bringen. Mit unserer Kategorie Fahrzeug ist Neverland nicht erreichbar. Wir finden eine kleine Pension und gehen noch ins Dorf, essen und trinken.

Wir wollen um 7 Uhr an der Grenze stehen. Wir haben Horrorgeschichten von 12 bis 24 Stunden Wartezeit gehört, das wollen wir vermeiden. Die Grenze öffnet erst um neun, Frühstück also an der Grenze.

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