Durch die Steppe, wieder nach Asien. 

Unser Hotelaufenthalt in Elista ist übrigens keinerseits unserer verlorenen Lust am Camping geschuldet. Vielmehr ist es in Russland Pflicht für Touristen, sich in einem Hotel anzumelden.

Wir stehen früh auf und machen uns auf die Suche nach einem Kaffee. Leider ist in der Universitätsstadt Elista um 8 noch alles geschlossen und so brechen wir mit vier Autos auf, etwas essbares zu finden. Am Straßenrand werden wir wieder fündig. Zum Frühstück gibt’s Manti und Dolma, gefülltes Gemüse und gefüllte Teigtaschen, dazu Kaffee und Tee. Als Nachtisch bekommen wir noch eingelegte Feigen und einen feinen Tee, so lässt sich’s leben.

Danach geht es ab nach Astrachan. Die zweispurige Fernstraße, die mit deutschen Verhältnissen mehr als mithalten kann führt uns das erste Mal durch echte Steppe. Vorbei an Salzseen zieht sich die Straße ohne eine nennenswerte Kurve bis zum Wolgadelta. Die fast die gesamte Ebene liegt hier unter dem Meeresspiegel. Wir sind froh als ein paar kleine, weitestgehend ausgetrocknete Seen unseren Weg säumen. Wir haben das Wolgadelta erreicht.

Einige Kilometer später erreichen wir Astrachan, als wir die Wolga überqueren erreichen wir wieder asiatischen Boden. Da Astrachan wohl die letzte große Stadt ist, die wir auf unserer Reise  passieren, gehen wir noch einmal einkaufen. Wir bunkern Trinkwasser für die Wüste und Verpflegung für zwischendurch. Scholli bekommt ein neues Zelt, Bessy ausreichend Vorräte an 20W 50 Öl.

Wir brechen auf gen kasachische Grenze. und füllen alle Tanks und Benzinkanister bis oben hin mit Superbenzin auf. In Kasachstan ist es schwierig an ordentliches Benzin zu kommen. Über eine schwimmende Brücke erreichen wir auf schlechter werdenden Straßen die russische Seite der Grenze. Wieder einmal funktioniert alles reibungslos. Ohne Wartezeit verlassen wir das Land, die Zöllner sind an unserer Tour interessiert, ersparen uns aufwändige und langwierige Zollkontrollen.

Wir durchqueren 10km Niemandsland bis wir zur kasachischen Seite gelangen. Die Grenzbeamten sprechen verhältnismäßig gut Englisch, die Einreise verläuft unproblematisch. Hinter der Grenze erleben wir ein uns bislang unbekanntes Spektakel. Der Tenge, die kasachische Währung darf weder ein- noch ausgeführt werden, es muss also jeder Grenzgänger Geld wechseln. Unmittelbar nach dem Verlassen des Grenzpostens laufen ca. 10 Frauen auf uns zu und möchten uns Geld wechseln und eine Autoversicherung verkaufen. Es gibt an der Grenze  keine andere Möglichkeit an Tenge zu gelangen und so passieren wir das Pulk und warten 200m weiter auf die Damen. Hier lässt sich alles verhandeln! Der Kurs, der Versicherungspreis, einfach alles.

Als wir von unseren Begleitern erfahren, dass sie gleich hinter der Grenze in der Nähe der Straße übernachten, beschließen wir, die 10km auch in der Nacht auf uns zu nehmen. Eine andere Möglichkeit findet sich nicht. Auf einer überraschend guten Straße fahren wir zu der „Weide“ auf der die anderen übernachten und können erstmals den kasachischen Sternenhimmel bewundern.

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